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Ägypten in der Krise, und kein Ende in Sicht

Von Nilkreuzfahrt | 3.Januar 2013

Nilkreuzfahrt November 2011 - ein ägyptischer Junge streckt uns an der Schleuse von Esna die Hände mit dem Victory Zeichen entgegen. War es damals vielleicht noch ein Zeichen der Hoffnung ist das ägyptische Volk in der breiten Masse heute allerdings weit entfernt davon einer besseren Zukunft entgegen sehen zu können. Man könnte sogar davon reden, das eine neue Diktatur mit einer streng islamistischen Ausrichtung droht.

Das die Islamisten, die Muslimbrüder und die radikalislamischen Salafisten, die Wahlen gewannen war voraussehbar, sie waren bereits gut organisiert, ihre Propaganda erreichte die Massen. Auf Grund der viel zu früh angesetzten Wahlen hatten säkulare und bürgerliche Gruppen keine Chance sich zu positionieren.

Der neu gewählte Präsident Mursi fährt einen Kurs, der die Gesellschaft nicht eint, sie sogar immer weiter spaltet. Nur etwa 11 Millionen Ägypter unterstützten mit ihrer Stimme die neue von Islamisten geprägte im Eilverfahren durchgesetzte Verfassung Ägyptens.

Der Großteil der Bevölkerung Ägyptens litt auch unter Mubarak schon unter Armut. Diese hat sich bis Heute weiter ausgebreitet. Ägyptens Wirtschaft, auch der Tourismus, liegt am Boden. Mursi bietet keine Lösungen, ergeht sich in nichtssagenden Äusserungen die Hoffnung machen sollen. Derweil verfällt das ägyptische Pfund, die Staatsverschuldung steigt um die Hälfte, Devisenreserven schwinden.

All das und der Versuch den Einfluss des Islam auf die Politik auszuweiten tragen gewiss nicht zu einem positiven Investitionsklima in Ägypten bei. Und ausländische Investoren bräuchte Ägypten gerade jetzt. Die immer wieder vorkommenden Proteste sind Ausdruck des Unmuts einer breiten Masse in der ägyptischen Bevölkerung, Ausdruck von Verzweiflung aber auch dem Willen sich der momentanen Richtung die Ägypten geht, entgegenzustellen.

Offizielle Stellen gaben unlängst die neuesten Zahlen zur Entwicklung des Tourismus ab. Sie sind niederschmetternd. Es wird von einem Rückgang von 40% im November 2012 im Vergleich zum Vorjahresmonat gesprochen. Und selbst da war der Einbruch bereits im höheren zweistelligen Prozentbereich.

Natürlich muss der Urlauber am Roten Meer und der Nilkreuzfahrer in Oberägypten nichts befürchten. Für seine Sicherheit wird gesorgt - Ziel der Proteste ist er eh nie gewesen.

Beitrag aus: Aktuelles |

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